nachträgliches Abkanten und Schneiden

das Abkanten und Schneiden bereits beschichteter Bleche ist generell „verboten“,
bzw. geht auf eure eigene Gefahr.

„Lack ist Finish“, sagt man.

Das soll heißen, dass NACH dem Lackieren/Beschichten die Bearbeitung beendet sein soll.

Aber es ist auch bekannt, daß gerade der Metallbauer gern nachträglich noch was abkantet, beibiegt oder noch schnell was am Blech zuschneidet.

Bitte bedenke dabei: Du tust das grundsätzlich auf eigenes Risiko!

Bei allen Beschichter- und Lackierer – Geschäftsbedingungen die wir kennen (auch in unseren), findest du irgendwo versteckt den Hinweis darauf, daß bei nachträglicher Bearbeitung der beschichteten Materialien jegliche Gewährleistung erlischt; und Das zu Recht!

das hat einen einfachen Grund:
Beim Nachträglichen Bearbeiten der fertig beschichteten Teile kann man unzählige Fehler machen, die extreme Auswirkungen haben!

dazu folgendes Beispiel:
Durch das Schneiden auf einer Schlagschere, oder durch das Bearbeiten mit einer Stichsäge, wird die Beschichtung massiv verletzt. Die Beschichtung ist an der Schnittkante unterbrochen und wird von dort aus von Feuchtigkeit unterwandert werden. Als Ergebnis hat man irgendwann großflächige Lackablösungen und Korrosion durch Unterwanderung.

Muß ein Blech angepasst und zugeschnitten werden, ist unbedingt darauf zu achten, daß die Schnittkante wieder gut geprimert und auch endversiegelt wird. Dazu gehört auch ein sorgfältiges Entgraten und Anfasen nach dem Schneiden.

Ähnlich verhält es sich beim nachträglichen Abkanten von Blechen.

Allerdings bemerkt man die daraus resultierende Beschädigung meist nicht so deutlich. – zumindest nicht direkt:
Im Bereich der Biegekante treten durch das Biegen parallel verlaufende feine Risse auf.
Bei höheren Pulverschichtstärken, z.B. wenn vorher eine Grundierschicht aufgetragen wurde, können auch Ablösungen der Beschichtung erfolgen. Im günstigsten Fall wird die Beschichtung optisch nur Matt. Trotzdem liegt der beschriebene Fehler vor und ist mit einer Lupe gut erkennbar.

Der Grund für diesen Schaden liegt in der enormen Streckung der Beschichtung durch das Biegen. Das macht die Beschichtung nicht mit!

Besonders gravierend merkt man diese Materialüberstreckung in der kalten Jahreszeit, weil dann häufig bei sehr geringen Temperaturen gearbeitet wird. – je niedriger die Temparatur, desto niedriger die Elastizität und umso höher die Gefahr von Rissen.

Wenn abgekantet werden muß, sollten die zu biegenden Teile unbedingt vorgewärmt werden. Die Temperatur der zu kantenden Teile sollte 30 Grad nicht unterschreiten. Den Biegeradius solltet ihr möglichst groß wählen.

 

Wisst ihr vorher schon, dass hier nach dem Beschichten abkanten und biegen müsst, dann teilt uns das vorher mit.
– es gibt extra Beschichtungspulver, die eine hohe Elastizität für solche Einsätze aufweisen.

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